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Martin, was ist eigentlich politisches Experimentieren?

Politikexperimente lassen sich als systematischer Prozess zur Bewertung der Auswirkungen und der Wirksamkeit politischer Maßnahmen auf der Grundlage solider Erkenntnisse zusammenfassen. Das Experimentieren zielt darauf ab, politische Entscheidungen und die Umsetzung von Maßnahmen auf beobachtbare Ergebnisse zu stützen, die auf einer soliden Methodik und einer validen Bewertung beruhen –und nicht auf einem Versuch-und-Irrtum-Ansatz oder auf dem Vertrauen in das Bauchgefühl einer Person.

Wie sieht das in TrainDL aus?

In TrainDL konzentrieren wir uns auf die Entwicklung politischer Empfehlungen, die darauf abzielen, Bildungskompetenzen in Bezug auf Datenkompetenz und künstliche Intelligenz in die Ausbildung von Lehrkräften zu integrieren. Dieser Prozess stützt sich auf die Bewertung der Legitimität und der Umsetzbarkeit der politischen Empfehlungen: Wir entwickeln Hypothesen, beziehen Interessengruppen mit ein, testen direkt zusammen mit den Zielgruppen und bewerten die erwarteten Auswirkungen sowohl qualitativ als auch quantitativ. In TrainDL führen wir drei Experimentierzyklen von Intervention, Evaluierung und Empfehlungsgenerierung durch – für Lehrer*innen der Informatik, gefolgt von STEAM-Lehrkräften und schließlich Grundschullehrer*innen.

Was ist für Du der spannendste Teil der politischen Experimente?

Im TrainDL-Projekt bin ich Teil des Teams der Österreichischen Computergesellschaft, das für die Arbeitspakete Policy Building und Policy Recommendations verantwortlich ist. Da ich einen Hintergrund in der Entwicklung, Implementierung und Evaluierung von Bildungskonzepten in den Bereichen KI, Computational Thinking und Robotik habe, finde ich es sehr spannend, mein Fachwissen auf einer strategischeren Ebene einzubringen: dem Prozess des Policy Experimenting. Und natürlich ist ein weiterer spannender Aspekt der interdisziplinäre sowie der europäische Kontext dieses Projekts!